Architecture Biennal Rotterdam 2003

DESCRIPTION: MOBILE CITY - Ausstellung

21. Mai bis 6. Juli 2003 im Goethe-Institut Rotterdam
 
Eröffnung am Mittwoch, 21. Mai, 17.00-19.00 Uhr
Eröffnungsansprache: Prof. ir. Francine M.J.Houben

Im Rahmen der 1st Architecture Biennal Rotterdam 2003, und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, wird das instItut für raumFRagen, vertreten durch Martin Luce und Sebastian Post, an einem Ausstellungbeitrag im Seminar mobility von Professorin Susanne Weirich arbeiten.

Eine situlogische Untersuchung im Stadtraum Hamburg wird auf einen Raum gedeutet, einen konkreten Raum. Mit einer Situation beginnt die kritische Phase einer Aktualisierung, eine Verunsicherung der Zeit. In der Beobachtung des Ineinanderrückens feindlicher Heere, der kritischen Zeit, die die Entscheidung aufschiebt, das Ringen um eine endgültige Überlegenheit ist die Grundstruktur einer Situation angelegt: das gleichzeitige Wirken entgegengesetzter Kräfte über eine gewisse Zeitspanne, die beständig geringer werdende Distanz zwischen den Gegensätzen, ihre verborgenen Übereinkünfte und ihre offene Feindschaft - ohne das es zu einer schnellen Lösung kommt. Überall sucht man nach Anhaltspunkten. Die Bewegung geht weiter und vor jeder Schlußfolgerung befindet man sich auf dem unkalkulierbaren Boden der Wirklichkeit, der Geschichte.

Es genügt nicht, eine Handlung zum Stehen zu bringen, sondern es ist notwendig, Überraschungsmomente zu setzen, die Logik der Handlung durch ein fremdes Motiv zu brechen.

Ein von der Entscheidung unsichtbar gefüllter Raum soll entstehen.


doomtown pattern


Unsere Städte, wenn sie noch die unsrigen sind, überwältigen ihre Nutzer mit einem Übermaß an Orten, Daten und Funktionen. In dieser Ansammlung urbanen Treibens eine klare Struktur zu erkennen, scheint unmöglich. Und trotzdem gibt es Ansätze einer stringenten Abfolge zu benennen.

Doomtown patterns beschreiben exemplarisch Orte und ihre Zusammenhänge beliebiger grosstädtischer Agglomerationen - im Namen Rotterdams, Hamburgs oder Mobiles. Die Darstellung erfolgt als ein städtisches, kartographisches Rastersystem. Doomtown patterns sind als ein open-source Objekt (myWorld) definiert, welches beliebig ausdifferenziert werden könnte. Das gesamte pattern beschreibt eine Stadt mit seinen Möglichkeiten: bestimmte Ort zu verlassen, oder an bestimmten Orten anzukommen. Diese Möglichkeiten unterliegen einer, innerhalb des pattern festgelegten, Abfolge. Auf diese Weise ist das pattern ähnlich einem Stadtplan oder einem Wegweiser.

Doomtown pattern funktioniert gänzlich ohne bildhafte Zuschreibungen und vermittelt so die Funktionalität eines Ortes ohne von dem äußeren Erscheinungsbild abzulenken, und überlässt dem Betrachter einen möglichst großen Vorstellungsraum. Gleichzeitig verweist dieses Vorgehen auf die Austauschbarkeit bestimmter Orte in der Stadt und generiert so ein Bild von der Stadt an sich – eine Sammlung von Orten des Zerfalls, der Beliebigkeit, der Funktion und der Struktur.
Angelehnt ist diese Betrachtungsweise an Formen erstmals auftretender digitaler Mobilität in Textadventures der 8bit- Computer in den 80`er Jahren.

Der an die Programmiersprache XML erinnernde Textaufbau lässt jede Bewegung, innerhalb des dargestellten städtischen Raumes, den Gedanken einer autonomen Bewegung vergessen, da die Möglichkeiten die Orte zu wechseln endlich sind, und nach einer bestimmten Struktur aufgebaut sind, die es zu erforschen gilt.
Das Bewegen und Erkennen innerhalb dieser Struktur ist die eigentliche Form von Mobilität, und damit eine geistige Tätigkeit.




 

 
 
 











 

INSTITUT FUER RAUMFRAGEN 2004