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Dressierte
Kunst. Die Hochschule für bildende Künste hat den heißen hochschulpolitischen Sommer aktiv zelebriert. Ausgehend von einer studentischen Vollversammlung zu Beginn des Semesters mit 300 teilnehmenden Mitgliedern der Hochschule (25%), hatte die Studierendenschaft in Form eines Manifests, ein klares Votum zum konstruktiven Kampf für eine zukunftsfähige künstlerische Ausbildung gelegt. Es ist zu vermuten, daß die externe Expertenkommission primär Urteile unter Wirtschaftsaspekten fällen wird. Teile der künstlerischen Ausbildung an der HfbK sind somit in Ihrer Existenz ernsthaft bedroht. Erwartet werden als Ergebnisse die Zusammenlegung oder Streichung einzelner Studiengänge, u.a. Architektur, Kunstpädagogik und Film. Die mögliche Auslösung einzelner Bereiche aus dem Gesamtkomplex HfbK sehen die Hochschulangehörigen als eine große Gefahr für das weitere Funktionieren des ganzheitlichen und interdisziplinären Charakters der Schule. Denn neben dem international anerkanntem Niveau der Ausbildung ist die interdisziplinäre Struktur ein unverkennbares Markenzeichen. Daß sämtliche Bereiche visueller Kultur unter einem Dach vereint sind, ermöglicht im Idealfall einen hohen Grad an Interdisziplinarität. Jeder Versuch, einzelne Bereiche der Hochschule aus diesem Zusammenhang herauszulösen, würde nicht nur einen einschneidenden Traditionsbruch darstellen, der über eine nur situative Entscheidung hinausginge. Er müßte vor allem zu irreparablen Qualitätsminderungen von Lehre und Forschung führen. Aus diesem Grund spricht sich die Hochschule gegen alle Überlegungen aus, den transdisziplinären Kontext der HfbK zu reduzieren und beispielsweise in institutionell getrennte Bereiche aufzuspalten. Als zentrale örtliche Institution des Widerstands gegen die Hamburger Hochschulpolitik wurde das brachliegende Baugrundstück für den Erweiterungsbau der HfbK auserkoren. Hier entstand der dauerhafte Studierenden-Zelt-Kongress in Form von selbstgebauten Hütten, Baumhäusern, Lounge, Zelten und Kochstation. Viele Studierende nahmen die Gelegenheit wahr, um an Ihrer Hochschule zu wohnen. Grillabende, Konzerte, Lesungen und FSK-Livesendungen nahmen hier ihren Ausgang. Während der Semesterferien fiel das Lager wegen Beschwerden von Anwohnern und der Polizei einem Räumungsdienst zum Opfer. Zentrale Aktion
der Hochschule war wie stets die Jahresausstellung. Hier ist es ein einfaches,
eine große Öffentlichkeit zu gewinnen. Die TAZ bescheinigte
uns die Darstellung der Arbeitsergebnisse mit "einer Prise Politik
sowie eine Atmosphäre leichter Anarchie". Des weiteren gab es
die gemeinsamen Aktionsspeisungen in der Mensa zum allgemeinen Informationsaustausch
und die gut funktionierende Mailingsliste, welche ein Viertel aller Hochschulmitglieder
direkt erreichte. Weiterhin die häufig genutzen analogen knallgelben
Informationswände und ein rotes Netz, welches die Hochschule umfassend
von innen durch rotes Garn zuschnürte, um die anstehende Ausweitung
des interdisziplinären Arbeitens zu symbolisieren. Ein Filmtrailer
welcher auf mehreren Festivals gezeigt wurde, sowie die Teilnahme an diversen Die HfbK sieht
sich im Rahmen der Hamburger Hochschulpolitik zwei Problemfeldern ausgesetzt.
Zum einen den allgemeinen politischen Umwälzungen, welche alle Hochschulen
betreffen., zum anderen der angestrebten internen Strukturreform. Nach einem langen Weg von Sitzungen, Tagungen, Pamphleten und Abstimmungen wurde auf der Senatssitzung am 04.07. die einstimmige Entscheidung für ein "ja" zur internen Strukturreform gelegt. Nun folgt die inhaltliche Ausarbeitung und entsprechende praktische Umsetzung ab kommenden Wintersemester. Hier werden viele personelle Ressourcen bei der Ausgestaltung einer neuen Hochschule gebunden sein. Die politische Arbeit der Studierenden an der HfbK zeichnet aus, daß ein hohes Maß an politischer Aktionsbereitschaft vorhanden ist, daß jedoch eine ebenso große Scheu vor politischen Ämtern besteht. Der weitere aktive Reformprozeß hängt stark vom gelingenden Generationswechsel im Allgemeinen Studierenden Ausschuß ab. Er ist die einzige organisierte studentische Institution der Hochschule. Die Mobilisierung der Studierenden im kommenden Semester kann möglicherweise durch eine symbolische Bindung an einen Kampf für die Realisierung des Hochschulneubaus als zentrale Forderung gebunden werden. Es liegt in der Hand der Studierenden und Lehrenden der HfbK, durch außergewöhnliche Protestformen, sowie eine inhaltliche positiv-kontruktive Entwicklung eigener Vorstellungen, einer zukunftsträchtigen, profilbildenden und verzahnten Hochschulwelt den Weg zu bereiten. Martin Luce - Studierendensprecher HfbK
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INSTITUT FUER RAUMFRAGEN 2004 |
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