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Neben
dem international anerkanntem Niveau der Ausbildung ist die interdisziplinäre
Struktur der HfbK ein unverkennbares Markenzeichen.
So resümiert die Externe Expertise:
"Daß sämtliche Bereiche visueller Kultur unter einem
Dach vereint sind, ermöglicht im Idealfall einen hohen Grad
an Interdisziplinarität."
Das fachübergreifende, integrative Konzept ermöglicht
bereits heute intensive Studiengänge mit hohem Spezialisierungsgrad,
die in einem offenen Horizont künstlerischer Fragestellungen
und Forschungsgebiete angesiedelt sind. Dies ist auch daran ablesbar,
daß sich in vielen wichtigen Bereichen und in avancierten
Positionen künstlerischer und kultureller Arbeit Absolventen
der Hochschule wiederfinden.
Durch alle
auch einschneidenden Strukturveränderungen hindurch
gilt es, dieses traditionell interdisziplinäre Konzept zu bewahren,
zu stärken und zu optimieren.
Denn stets ruft die Nachbarschaft anderer Disziplinen neue Fragestellungen
in der jeweils eigenen hervor. Die praktische Zusammenarbeit mit
Fachleuten aus anderen Bereichen forciert Innovationen im jeweils
eigenen. Jeder Versuch, einzelne Bereiche der Hochschule aus diesem
Zusammenhang herauszulösen, würde nicht nur einen einschneidenden
Traditionsbruch darstellen, der über eine nur situative Entscheidung
hinausginge.
Er müßte vor allem zu irreparablen Qualitätsminderungen
von
Lehre und Forschung führen. Aus diesem Grund spricht sich die
Strukturkommission gegen alle Überlegungen aus, den transdisziplinären
Kontext der HfbK zu reduzieren und beispielsweise in institutionell
getrennte Bereiche wie "Kunst", "Medien", "Architektur"
usw. aufzuspalten.
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Es steht uns ein heisser Sommer bevor.
Besser - wir sind mitten drin.
Ausgehend von einer studentischen Vollversammlung am Donnerstag,
den 23. Mai 2002, mit 250 teilnehmenden Mitgliedern der Hochschule
für bildende Künste, hat die Studierendenschaft ein klares
Votum zum konstruktiven Kampf für
eine zukunftsfähige künstlerische Ausbildung an der HfbK
gelegt.
Es
stehen dramatische Umwälzungen in der Hamburger Hochschullandschaft
an.
Eine neue Regierung ist angetreten, um den "Standort Hamburg
zu stärken". Die handelnde Behörde für Wissenschaft
und Forschung unter ihrem Wissenschaftsenator Dr. Jörg Dräger
behauptet, 11000 jährliche Studienanfänger seien zu viel.
Durch
die Unterzeichnung eines sogenannten "Zukunftspakt: Qualität
und Innovation" haben sich die Hochschulen dem politischen
Druck einer externen Expertenkommission gebeugt, welche bis zum
Ende des Jahres eine umsetzungsbindende Evaluation abgeschlossen
haben wird.
Ziel dieser Evaluation ist die Überprüfung aller vorhandenen
Ausbildungsressourcen an Hamburger Hochschulen. Wie lässt sich
gleiches Geld auf weniger Studierende verteilen?
Es ist zu vermuten, dass jene Kommission primär Urteile unter
Wirtschaftsaspekten fällt.
Teile der künstlerischen Ausbildung an der HfbK sind somit
in Ihrer Existenz ernsthaft bedroht.
Des
weiteren ist ein "Hochschulmodernisierungsgesetz" in Arbeit.
Es droht zum Wintersemester 2003/4 eine Einführung von Langzeitstudiengebühren,
eine Autonomieschwächung der HfbK durch Einführung eines
entscheidungsgewaltigen Hochschulrates, oder die Einführung
von Leistungspunkte-systemen und die daraus hervorgehende Modularisierung
des Studiums.
Wo
steht hier unsere Hochschule?
An einem Scheideweg, soviel ist klar.
Alle
politischen Entscheidungen und Handlungen sind zeitbasiert. Somit
bleibt den Mitgliedern der Hochschule für bildende Künste
ein kleines Lösungsfenster, welches mit einem unbändigen
Kraftakt durchklettert werden kann.
Es
liegt in der Hand der Studierenden und Lehrenden der HfbK, durch
aussergewöhnliche Protestformen, sowie eine inhaltliche positiv-kontruktive
Entwicklung eigener Vorstellungen, einer zukunftsträchtigen,
profilbildenden und verzahnten Hochschulwelt den Weg zu bereiten.
Es
haben sich bereits Aktionsgruppen formiert. Studierende, die sich
verantwortlich fühlen für Ihre Ausbildung und Ihre Schule.
Jedes Mitglied der Hochschule ist aufgerufen, sich den bestehenden
Aktionsgruppen anzuschliessen, oder neue zu gründen. Nehmt
an Demonstrationen teil, lebt im Zeltlager der HfbK, schreibt Reformpamphlete
oder animiert andere zu aktivem Handeln.
Gemeinsam
mit den anderen Hamburger Hochschulen, und speziell in einer künstlerischen
Achse mit der HAW Armgardt-strasse und der Hochschule für Musik
und Theater mag es uns gelingen, die HfbK im Rahmen einer alles
durchdringenden Strukturreform zu einer Schule zu machen, an der
wir noch zufriedener studieren, als wir es bisher schon taten.
Martin
Luce - Studierendensprecher HfbK
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