|
Mucken
statt Ducken
Nach
dem neuen Referentenentwurf der Behörde für Wissenschaft
und Forschung zur Reform des Hochschulgesetzes soll das geltende
Hochschulgesetz vom 18.Juli 2001 erneut geändert werden. In
Verbindung mit dem abgesegneten "letter of intent", in
dem sich die Hochschulen zu den von der Behörde geforderten
Leistungen verpflichtet, drohen umfassende Direktiven, die nicht
mehr einer inhaltlich-fachlichen Auseinandersetzung einer autonom
verwalteten Hochschule folgen. Dies lehnten die Studierenden per
einstimmigen Beschluss auf der Vollversammlung vom 23.5.ab (http://aktion.hfbk-hamburg.org/download/beschluss%20vv.pdf).
Darüberhinaus drohen im Zuge von Kosteneinsparungen und der
Absicht von Akademieneugründungen und Fach/Hochschulzusammenlegungen
die Reduktion von Stellen in allen Fachbereichen sowie dem Abbau
einer heterogenen Ausbildungsstruktur.
Geht's
noch?
Selbst
nach diversen erlittenen und erduldeten Expertisen von sogenannten
"Experten" ist augenscheinlich weder von studentischer
noch von professoraler Seite möglich, ein starkes, auf eine
notwendig inhaltliche Struktur der Kunsthochschule Hamburg bauende
Ausrichtung zu verfassen. Dies wäre allerdings um so nötiger,
um freche behördliche Versuche rechtzeitig abzuwehren, Teile
der HfBK bis hin zu ganzen Fachbereichen aus der Hochschule herauszulösen,
um so Kosten einzusparen. Doch damit nicht genug: Versuchen, wie
dem der Einführung von Studiengebühren vom ersten Semester
an und für alle Studierenden (wie derzeit die TU München
und das Centrum für Hochschulentwicklung - CHE planen) könnte
aufgrund eines inhaltlichen Profils effektiv entgegengewirkt werden.
Wo wir alle uns dieser Herausforderung nicht stellen, werden Einsparungen
und Kürzungen willkürlich erfolgen.
Aber
ich will doch nur studieren.
Schön
und gut. Um aber zukünftig auch weiterstudieren zu können,
muss ein erster Schritt überhaupt erst mal getan werden, dh
informiert Euch und andere. Nur wenn Informationen an die Öffentlichkeit
getragen werden, kann sich überhaupt erst ein öffentliches
Interesse an einer Debatte entwickeln. Es bringt absolut gar nichts,
wenn nur wenige mucken. Diskussionsgrundlage ist derzeit der Abschlußbericht
der Strukturkommission der Hochschule für bildende Künste
vom 2.April 2002 den die Studentenvollversammlung per Beschluss
(http://aktion.hfbk-hamburg.org/download/beschluss%20vv.pdf) ausdrücklich
unterstützt. Über ihn sollte bis zum 6.6. im Hochschulsenat
debattiert und nach Einbringung qualifizierter Änderungen abgestimmt
werden. Wer's glaubt.
Ein
Detail also: Der Bericht geht von der Auflösung der Fachbereiche
aus. Diese werden ersetzt durch eine Verschränkung von Arbeitsbereichen
(Labors) und Studiengängen. In ersteren wird "gearbeitet",
dh Projekte werden realisiert, unabhängig, welchem Studiengang
die Studierenden angehören. Der Studiengang legt den Schwerpunkt
des Studiums fest. Dabei formuliert der Studiengangsausschuss (SGA)
den Studienfahrplan des Studierenden durch die Arbeitsbereiche,
die unabhängig von den einzelnen Studiengängen fachkompetent
operieren. Somit wird eine heterogene Stuktur, in der die einzelnen
Arbeitsbereiche notwendigerweise voneinander abhängen, gewährleistet.
Das erschwert strukturell die Herauslösung einzelner Fachbereiche
und ihren angeschlossenen Werkstätten, wie sie bislang existieren.
Die nachfolgende Grafik soll die Diskussionsgrundlage, über
die in der nächsten Senatsitzung am 6.6.2002 abgestimmt werden
soll, veranschaulichen:
Es
dreht sich also nicht um Grundsatzfragen einer zukünftigen
Stuktur der Kunsthochschule, sondern um die Konkretisierung der
Werkbereiche und Studiengänge, damit wir am Ende der nächsten
Senatsitzung über ein schlagkräftiges Reformkonzept verfügen.
Nur so gewinnen wir argumentativ gegenüber dreisten Forderungen
und Einflussnahmen Dritter Oberhand.
Deshalb
rufen wir alle an der HfBK dringend auf, Inhalte der einzelnen Strukturbereiche
beschlussfähig vorzubereiten, sich unseren Aktionen anzuschliessen,
neue Aktionsgruppen zu gründen. Informiert Euch beim Asta,
wo wer was macht. Saugt Euch die Papiere aus dem Netz! Druckt Flugblätter!
Organisiert Öffentlichkeit! Mobilisiert Euch und Eure Komilitonen!
Sagt an, was Sache sein soll! Haut den professoralen Säcken
ihre vorsätzliche Konzeptionslosigkeit um die Ohren!
|